Mind-Map: Wie Autoren sie nutzen können

 Hinter einem Namen wie Mind-Map steht oft weniger ein Programm als eine Strategie, die viele Menschen intuitiv verfolgen. Nicht nur im Geschäftsleben wird strategisch gedacht. Viele kreative Arbeiten erfordern Planung und Übersicht. Autoren können sich beispielsweise die Struktur einer Romanhandlung bildhaft vor Augen führen, um sowohl das „große Ganze“ als auch einzelne Handlungsebenen und -stränge im Blick zu behalten.

Bildliche Darstellung von Ideen

Wenn ich mit einem komplexen und auf den ersten Blick undurchsichtigen Thema konfrontiert werde, erlebe ich immer die zwei Reaktionen

  1. Panik (zu viele Fakten, zu viele Zusammenhänge → Flucht)
  2. Vereinfachen (Fakten reduzieren, Zusammenhänge hervorheben und ordnen → Durchblick = Beruhigung).

Lange habe ich mit Listen gearbeitet, bis ich irgendwann angefangen habe, Diagramme zu zeichnen. Mit diesen Zeichnungen gelang es mir, Probleme und Zusammenhänge bildlich darzustellen, mir wie eine Landkarte vor Augen zu legen.

Damit hatte ich, ohne je von dem Begriff gehört zu haben, das Prinzip des Mind-Mapping übernommen. Geprägt wurde der Begriff Mind-Map (auch Gedanken-Landkarte) von dem britischen Psychologen Tony Buzan. Es ist eine Methode, mit der man sich durch Assoziationen ein Thema verbildlicht und mit farbigen Linien einzelne Aspekte zusammenfasst. Zusammenhänge werden so offensichtlicher, Fakten einprägsamer, Arbeitsschritte planbarer.

Interessant ist die dem Wikipedia-Artikel beigefügte Mind-Map über die im Text zu berücksichtigenden Aspekte:

Markus Bärlocher at de.wikipedia
Markus Bärlocher at de.wikipedia

  Markus Bärlocher at de.wikipedia

 Zwei Dinge werden deutlich:

  1. Von einem zentralen Schlüsselbegriff („Mind-Mapping“) gehen an verschiedenfarbigen  Linien die Hauptgedanken (Anwendung, Vorteile, Grenzen, Regeln, Software) ab. Diese gliedern sich in die dem Gedanken jeweils zugehörigen Aspekte. Durch diese Darstellungsweise erkennt man schnell die Hierarchie der Begriffe und ihre Zuordnung.
  2. Die Darstellung hat zahlreiche persönliche Elemente wie die kleinen Zeichnungen, weist Korrekturen auf und wird an einigen Stellen unübersichtlich. Es ist für Außenstehende nicht immer eindeutig ersichtlich, welche Überlegungen in die Zuordnung geflossen sind. Eine Mind-Map ist durch ihre Individualität oft nur für die Person, die sie erstellt hat, von Nutzen.

 Mind-Mapping für Autoren

Eine Mind-Map kann von Hand gezeichnet oder mittels einer speziellen Software erstellt werden. FreeMind ist ein kostenloses OpenSource-Tool, das sich gut handhaben lässt. Im Internet gibt es zahlreiche Alternativen, so dass man auch experimentieren kann. Die beste Methode ist immer die, bei der man sich auf die Sache konzentriert und nicht durch unverständliche Icons oder Eselsohren abgelenkt wird.

Der Einsatz einer Mind-Map beim Schreiben kann sehr unterschiedlich sein. Vorstellbar sind etwa:

  • Die gesamte Handlung wird ausgehend von einem zentralen Konflikt oder Ereignis dargestellt.
  • Das Verhältnis der Charaktere untereinander wird aufgezeichnet.
  • Ein einzelner Handlungsstrang wird näher untersucht, etwa Planung und Ausführung eines Verbrechens mit Markierung der Stellen, an denen Fehler begangen werden, heimliche Zeugen erscheinen oder Störungen eintreten.
  • Der historische Hintergrund wird dargestellt mit Hinweisen auf Auswirkungen auf die Handlung oder einzelne Charaktere.

Wer eine Anleitung für das Erstellen einer Mind-Map sucht, findet hier eine gut nachvollziehbare.

 

5 Gedanken zu „Mind-Map: Wie Autoren sie nutzen können

  1. Die beschriebene Vorgehensweise, sollte auch bei zum Beispiel beim Verfassen von Blogartikeln recht hilf- und erfolgreiche sein. Ich nutze persönlich seit kurzer Zeit „Mindmeister“ und bin damit bisher sehr zufrieden.

    Meine Erfahrung: Je länger man mit Mindmapping arbeitet, desto öfter nutzt man diese Technik für die unterschiedlichsten Projekte.

    1. Auch in meiner Erfahrung eignet sich Mindmapping gut für Blogtexte, überhaupt für Sachtexte. Bei fiktionalen Texten stößt es an seine Grenzen. Aber auch da setze ich es ein, wenn ich mir Zusammenhänge einmal vom Text losgelöst veranschaulichen möchte.

    1. Es gibt zahlreiche, auch kostenlose, Mind-Map-Programme für sämtliche Geräte. Entscheidend ist, wie man sie nutzen möchte. Cloud-Lösungen finde ich reizvoll, weil man von sämtlichen Geräten Zugriff hat.

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