By | 22. Februar 2018

Wer schreiben will, spürt immer wieder innere Widerstände, die die Kreativität einschränken. Dies ist der vierte Teil einer Serie mit sechs Teilen, in der ich die hartnäckigen Überzeugungen, die Autoren am Schreiben hindern, untersuche.

Es ist schwer, einen Text bei einem Verlag unterzubringen. Und das Warten auf eine Reaktion kann zermürben. Es hat jedoch ein paar Vorteile, die langfristig nicht zu unterschätzen sind. Doch bevor Sie ein Manuskript zu einem Verlag schicken, sollten Sie sich zwei Fragen beantworten:

  1. Will ich mein Manuskript wirklich veröffentlichen?
  2. Will ich mein Manuskript wirklich ganz aus den Händen geben?

Ehe Sie bei Frage 1 laut schreien, dass Sie das selbstverständlich wollen und jeder Autor das will, überlegen Sie kurz, warum Sie schreiben. Ist Ruhm Ihr Ziel? Macht? Reichtum? Vermutlich nicht. Sie lieben Geschichten, Sie lieben die Sprache, Sie genießen es, komplexe Handlungen zu entwickeln. Vielleicht möchten Sie Menschen berühren, ihnen Hoffnung geben, sie anregen, ihr Leben und die Welt zu ändern. Möglicherweise erreichen Sie diese Ziele bereits, wenn Sie Ihre Texte ausgewählten Personen überlassen oder in Ihrem Blog veröffentlichen. Und hin und wieder vermeiden Autoren die Öffentlichkeit bewusst, um sich und ihre Kunst weiterzuentwickeln. Ein interessanter Post zu dem Thema erschien 2013 auf dem Blog von Grubstreet, einem amerikanischen Zentrum für kreatives Schreiben.

Wenn Sie mehr Leser erreichen wollen und auch überzeugt sind, dass Ihre Texte handwerklich gut gemacht sind, steht Ihnen die Welt offen. Sie können sich einen Verlag suchen oder eine Agentur mit der Suche nach einem Verlag beauftragen. Sie können auch selbst veröffentlichen. Recherchieren Sie zunächst beide Möglichkeiten.

Große Verlage geben sich heute kaum noch mit den Manuskripteinreichungen von unbekannten Autoren ab. Kleinere Verlage sind da offener. Informieren Sie sich unbedingt, ob Ihr Manuskript in das Programm eines Verlags passt und reichen Sie es so ein, wie es auf der Internetseite beschrieben ist. Scheuen Sie sich nicht nachzufragen, wenn Sie den Ablauf nicht verstanden haben. Verfahren Sie ebenso bei Agenturen.

Schließen Sie das Selbstveröffentlichen nicht aus, nur weil Sie sich in das Thema einarbeiten müssen. Sie finden im Internet gute Anleitungen für Ihre ersten Schritte.

Andere Beiträge der Serie:

Was Schreiben verhindert 6: Wenn du es nicht schaffst, warum sollte ich es schaffen

Was Schreiben verhindert 5: Keiner kennt mich

Was Schreiben verhindert 3: Ich bin eine(r) von vielen

Was Schreiben verhindert 2: Ich bin nicht inspiriert

Was Schreiben verhindert 1:  Ich habe keine Botschaft

 

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