Das knappe Gut Content – Fragen dazu?

 Content ist ein Gut. Inhalte sind Güter. Mit beiden kann man Geld verdienen. Beide ermöglichen aber auch Teilnahme an der Gesellschaft. Daraus drohen Probleme zu wachsen, die über die reine Geldfrage hinausgehen.

Leander Wattig schrieb am 25.06.2012 über die Diskussion um das Urheberrecht in der Buchbranche. Ihm fiel auf, dass dabei gerne mit Moral und Ethik argumentiert wird. Als Pendant zu der quasi-religiösen Haltung der deutschen Buchbranche verwies er auf die Kirche der Kopimisten in Schweden, für die Kopieren von Informationen ein heiliger Akt darstellt.

  • Was haben Moral und Ethik mit dem Urheberrecht zu tun?
  • Was sind die Triebfedern solcher Moral und Ethik?

Content und Geschäftsmodell

Was wir derzeit erleben, ist das Aufeinanderprallen eines alten, einstmals höchst erfolgreichen Geschäftsmodells, dem Verlagswesen, und den neuen Vervielfältigungs- und Veröffentlichungsmöglichkeiten. Durch neue Technologien und ein weit verbreitetes Wissen um deren Verwendungsmöglichkeiten kann Content aufgegriffen, kopiert und weitergegeben werden.

Das Interesse an kostenlosem Content ist riesig. Niemand wird ernsthaft von sich behaupten, bei Gratisangeboten nicht schnell zuzugreifen oder wenigstens schneller als bei kostenpflichtigen Produkten.

Die Angst der traditionellen Verlage und vieler Künstler vor einer Vision von mühevoller Produktion ohne Gegenlohn ist nachvollziehbar.

  • Warum besteht aktives Desinteresse am Einkommen der Autoren unter den jetzigen Bedingungen?
  • Warum dringen die Klagen der Verlage bis ins Fernsehen und die Zeitungen vor?

Vervielfältigungsmöglichkeit und Zugangsbeschränkung

Es gab Zeiten, da war das, was heute Neudeutsch als Content bezeichnet wird, knapp. Die Vervielfältigung des Contents war aufwändig und teuer. Ein Buch von Hand zu kopieren dauerte manchmal Jahre. Entsprechend kostbar war eine Kopie. Von den wenigen, die das Lesen beherrschten, erhielten noch weniger Zugang zu Büchern, zum Content.

  • Bezweifelt man heute noch, dass die Begrenzung des Zugangs zu Information und Content mit Machterhalt begründet wurde?

Wir leben in einer Zeit, in der Informationen in Bruchteilen von Sekunden kopiert, vervielfältigt und weiter verteilt werden können.

  • Hat beschränkter Zugriff auf Content heute noch mit Machterhalt zu tun?
  • Wessen Macht soll erhalten werden?
  • Mit welchen Gründen?
  • Wem wird der Zugriff verwehrt?
  • Warum?

Für manche ein Luxusproblem

Ein erschreckendes Ergebnis des Bundesbildungsberichts 2012 ist die nach wie vor hohe Zahl junger Menschen, die nicht lesen bzw. deren Textverständnis sehr eingeschränkt ist.

Laut einer Studie der Universität Hamburg 2011 sind in Deutschland 4%, das sind zwei Millionen Erwachsene, Analphabeten. Weitere 14%, etwa sieben Millionen, Erwachsene zählen zu den funktionalen Analphabeten. Das bedeutet, dass sie nicht in der Lage sind, Texte zu erfassen. Ihre Teilnahme an der Gesellschaft ist gefährdet.

Die Finanzierung von Alphabetisierungskursen ist problematisch.

  • Welche Vorteile hätte diese Bevölkerungsgruppe von kostenlosem Content?
  • Welche Vorteile hätten Träger von Alphabetisierungskursen von kostenlosem Content?

Das waren viele Fragen für einen Post. Hätten Sie Antworten?

 

 

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